Kurz „ Familie“ – Gut is gegangen, nix is geschehn

 

 

Kurz hat es wieder einmal geschafft, sein „ Rücktritt“ der ja eigentlich keiner ist, und ausschließlich daraus besteht ein williges Mitglied der Familie als Kanzler einzusetzen, während er alle Macht weiterhin in den Händen hält, hat anscheinend alle beruhigt. Die Grünen sind zufrieden, der Boulevard ist beruhigt, obwohl sich nichts geändert hat. Kogler sieht sich in völliger Verkennung der Tatsachen  als Sieger, vielleicht fragt ihn ja einmal einer der Journaille, was sich denn geändert hat.

Wenn man sich die Rücktrittsrede des mittlerweile Ex Kanzlers angehört hat und sein Geschwafel von Verantwortung für Österreich, war es grösstenteils ein Loblied auf sich selbst.

Originalzitat:

Denn wir haben gemeinsam das Beste gegeben, die Pandemie zu bekämpfen, die Wirtschaft zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu helfen.

In so einer schwierigen Zeit sollte es jedoch aber niemals um persönliche Interessen, um Parteiinteressen oder politische Taktiken gehen.

Denn mein Land ist mir wichtiger als meine Person. Und was es jetzt braucht, sind stabile Verhältnisse.

Aber es geht nicht um mich, es geht um Österreich. Das war immer mein Zugang.

Am Vortag hat das noch ganz anders geklungen, da hat der türkise Kurz noch völlig die Macht der schwarzen Reichshälfte der ÖVP unterschätzt, die WK und die Bünde. Zu glauben daß diese, nur um ihn zu stützen, sich von den Trögen der Macht und den Förderungen verabschieden war wohl sehr naiv gedacht. Auch die Großspender können wieder beruhigt schlafen, ihre Gewinne sind nicht in Gefahr.

Nie um persönliche Interessen, Land wichtiger? Wie war das bei seiner Machtergreifung, SPÖ und ÖVP hatten einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung für Kinder vereinbart. Ein Erfolg für die Koalition. Erleichterung für Hundertausende Eltern, Kurz wollte diese Kindergartenmilliarde um jeden Preis  verhindern: Kurz zu Schmidt: „Gar nicht gut!!! Wie kannst du das aufhalten?“

Auch die Aufhebung der kalten Progression, von Kern und Mitterlehner geplant, hat Kurz erfolgreich verhindert. Übrigens ein Thema mit dem er nun bald in den vierten Wahlkampf gehen wird, getan hat er nichts.

Für Kurz ist nur eines wirklich wichtig und das ist Kurz selbst. Danach mit gehörigem Abstand kommen seine Großspender und irgendwo auch die Partei wenn er sie braucht. Wenn der Exkanzler irgendwelche positiven Schlagzeilen braucht, dann gibt’s da auch noch die Bürger Österreichs, die mit Brosamen abgespeist werden und das ganze dann als Riesenentlastung verkauft wird.

Der Grünenchef Kogler wollte das  Budget noch vor Sondersitzung durchbringen, daran hängen immerhin wichtige Projekte wie das Gewaltschutzpaket für Frauen, der Öffi- und Bahnausbau, der Ausbau der Kindergartenplätze, die Digitalisierung an Schulen, der Ausbildungsfonds für die Pflege und der Ankauf von Corona-Impfstoff, natürlich auch das Klimaticket.

Wo blieb da seine Verantwortung für Österreich, der Kanzler reagierte gar nicht, es wäre ja ein Erfolg für die Grünen gewesen und Erfolge die anderen zuzuschreiben sind mag Kurz gar nicht. Daß es auch ein Erfolg und eine Erleichterung für die Österreicher gewesen wäre zählt da überhaupt nicht.

Salzburgs Haslauer zu dieser Farce:  Ich danke ihm für diesen selbstlosen Schritt und zolle ihm dafür höchsten Respekt. Er ermöglicht aus Staatsräson stabile Verhältnisse in Österreich.

Völlige Realitätsverweigerung also auch bei den alten ÖVP Granden.

Dazu passt ein Artikel in der „ Welt“ die unter anderen schreibt:

Sebastian Kurz ist Meister darin, eine Sache zu tun, und sie sehr glaubwürdig als etwas komplett anderes zu verkaufen.

Link zum ganzen Artikel:

https://www.welt.de/politik/ausland/article234325288/Oesterreich-Schattenkanzler-Sebastian-Kurz-Ein-Ruecktritt-sieht-anders-aus.html

 

Sobald er mit Hilfe der unbedarften Grünen sein Klientel bedient hat, wird er alles daran setzen Neuwahlen vom Zaum zu brechen, natürlich so, daß ihm als unschuldig Verfolgten gegen den die ganze Welt sich verschworen hat, leider gar nichts anderes übrig bleibt. Endlich einmal eine Legislaturperiode normal zu beenden schafft der Mann nicht.

Dazu passt eine lustige Geschichte aus meiner Schulzeit zur Beistrichsetzung. Es ist ein gewaltiger Unterschied ob auf einem Urteil steht: Begnadigen nicht, aufhängen oder Begnadigen, nicht aufhängen.

Beim Exkanzler würde es dann heißen,  nicht Sebastian Kurz, Kanzler, sondern Sebastian, kurz Kanzler.

Den Sender OJE24 musste ich gestern abschalten, nachdem bei den Statements von  Wolfgang Fellner der türkise Schleim schon aus meinem Fernseher gequollen ist. Als Privatmann kann Fellner sein für wen immer er will, aber als laut eigener Aussage unabhängiger Sender darf man sich eigentlich ein bisschen mehr Objektivität erwarten.

Erstaunt hat mich nur eine Aussage von Kurz wirklich, es sei seiner Meinung nach unverantwortlich die Regierungsgeschäfte einer Vierparteien Koalition zu überlassen, das dann von Herbert Kikls Gnaden abhängig ist. Eine ähnliche Aussage hat schon am Vortag sein Sprachrohr, Elisabeth Köstinger getätigt.

Der mächtigste Mann Österreichs ist also aus Sicht von Kurz und seiner Familie Herbert Kikl, der kann Kanzler entfernen, Regierungen bilden, alles bestimmen was in Österreich auf dem Politischen Parkett stattfindet. Auch für Grün und Rot war Kikl auf einmal gesellschaftsfähig.

Wirklich höchst erstaunlich!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.